Castor2008: Die Anti-Atom-Bewegung ist heiß!
Mehr als 16.000 Menschen kamen zur großen Demonstration gegen Atomkraft am Samstag, 8. November, nach Gorleben. Der Atommüll-Transport von der französischen Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague nach Gorleben wurde insgesamt mehr als 14 Stunden aufgehalten. 48 Stunden lang war die Straße vor dem Zwischenlager Gorleben von bis zu 1.500 Menschen gewaltfrei blockiert und zahlreiche weitere Aktionen haben erfolgreich stattgefunden.
"Der Protest gegen den Castor-Transport wird mehr denn je zu einem Gradmesser dafür, wie sich die Anti-Atom-Bewegung gegenüber der neuen Offensive der Atomlobby verhält", hatten wir geschrieben. Der Gradmesser sagt: heiß, sehr heiß!
Der Atommülltransport vom 7. bis 11. November von der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ins Zwischenlager Gorleben hat gezeigt, dass viele Menschen bereit sind, sich für den versprochenen Ausstieg aus der Atomkraft mit großer Entschlossenheit zu engagieren. Die Kette der Atommüll-Skandale und das Gerede von Laufzeitverlängerungen für die Atomkraftwerke hat viele Menschen wachgerüttelt.
Atomenergie ist unbezahlbar und gegen die Bevölkerung nur mit sehr hohen Kosten und Polizeigewalt durchzusetzen. Die vergangenen Tage haben gezeigt, dass gegen friedliche DemonstrantInnen und BlockiererInnen Polizeigewalt eingesetzt wird: Wasserwerfer, Schlagstöcke, schmerzende Griffe und Schleppen statt Tragen.
Doch es geht nicht um einen Wettkampf zwischen Polizei und Demonstranten. Es geht nicht um emotionalen Protest, wie etwa die Tageszeitung "Welt" kommentierte. Natürlich dürfen sich die ProduzentInnen von Atommüll nicht weigern, diesen zurückzunehmen. Doch bis heute gibt es kein Konzept für eine sichere Lagerung über den Zeitraum, den der Müll lebensgefährlich strahlt. Deshalb muss die weitere Müllproduktion sofort eingestellt werden. Das ist möglich. Erst dann kann in Ruhe diskutiert werden, wie der bisher entstandene Müll behandelt werden kann.
Die Blockade vor dem Zwischenlager in Gorleben war nur eine von vielen Aktionen, mit der Tausende versuchen, ihren Protest gegen die Atomkraft auf die Straße oder Schiene zu tragen. Die Atomkonzerne kündigen dem Atomkonsens auf - das ist die Antwort. Die Antwort wird noch lauter und kräftiger werden, wenn der Ausstieg nicht endlich realisiert oder weiter in Frage gestellt wird.
Quelle: http://www.ausgestrahlt.de/atom/X08
