Check Dein Shirt!

Lüneburger*innen fordern faire Kleidung

„Anständige Bezahlung und Arbeitsbedingungen bei der Textil-Produktion!“ ist nur eine der vielen Forderungen, die Passant*innen im Rahmen der niedersachsenweiten Aktion „Check Dein Shirt!“ formulierten. Am Dienstag organisierte Christiane Wellmann, Eine Welt-Promotorin bei JANUN Lüneburg e.V., eine Informations- und Fotoaktion für mehr Fairness im Kleiderschrank auf dem Lüneburger Marktplatz.

Mit der Frage „Weißt du, woher dein T- Shirt kommt?“ konfrontiert, schauten Passant*innen zunächst einmal selbst in ihren T-Shirts nach, und markierten das Produktionsland auf einer großen Weltkarte. Ganz oft war dies Bangladesh, der weltweit größte Textilexporteur. Im Gespräch mit dem "Check Dein Shirt!"-Team wurde deutlich, dass der Mindestlohn für Näher*innen zum Leben nicht reicht. In Bangladesh beträgt er sogar nur ein Fünftel des Existenzlohns. Als Folge müssen die Näher*innen häufig 100 und mehr Überstunden pro Monat machen, um überleben zu können. Das Recht, in eine Gewerkschaft einzutreten oder zu streiken, ist ihnen verwehrt und wenn sie doch protestieren, müssen sie mit Gewalt, Entlassungen oder sogar Inhaftierungen rechnen. Auch kamen die Produktionsbedingungen der Baumwolle zur Sprache. Nur etwa 1 % der weltweiten Baumwolle wird ökologisch angebaut. Der Einsatz von Pestiziden im konventionellen Baumwollanbau führt zu massiven Gesundheitsbelastung der Feldarbeiter*innen und verseucht das Trinkwasser.

Sehr interessiert waren die Gäste des Standes an Möglichkeiten, selbst etwas zu tun. So war der Siegelführer, in dem strenge Siegel wie GOTS oder FAIRTRADE erklärt werden, schnell vergriffen. Auch der Stadtplan mit Möglichkeiten für einen sozial und ökologisch fairen Kleidungskauf in Lüneburg, wie zB. Second Hand-Läden und Geschäfte mit sozial-ökologischer Kleidung, wurde gerne mitgenommen.

Nach diesen vielen Informationen waren viele Passant*innen motiviert, eigene Forderungen an Unternehmen, Politik und Konsument*innen zu formulieren, die oben zu sehen sind.

Selbst aktiv werden für Faire Lieferketten?

Die Aktion findet im September noch in vier anderen niedersächsischen Städten statt. Die Termine findest Du auf der Website des Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen (VEN) e.V.. Ansonsten kannst Du auch gerne ein Foto mit Deinem Statement an eine-welt@janun.de schicken!