Klei­der ma­chen Leu­te

Was ich von meinem FÖJ-Projekt Kleiderkonsum gelernt habe


Mehrere Monate habe ich mich jetzt mit dem Thema Kleiderkonsum auseinandergesetzt und mit Greta zwei Veranstaltungen mit Kleidertauschparty im Rahmen unseres FÖJ Projektes dazu organisiert. Dabei habe ich gelernt, dass Umdenken nicht schwer ist. Der Aufwand ist oft sehr gering. Wie habe ich mein Verhalten geändert?

Ich habe einfach aufgehört, Kleidung zu kaufen. Kaputte Kleidung kann ich mit ein wenig Geschick reparieren und wenn nichts mehr hilft, kann ich aus T-Shirts Putzlappen für mein Fahrrad machen. Das spart nicht nur die Ressourcen, sondern auch Geld, sodass ich nun, wenn ich etwas Neues brauche, was ich Second Hand nicht kriege, auch in Fair Fashion investieren kann. Schlichte, zeitlose Teile kann man unanhängig von Trends ewig tragen. Ich habe meinen Kleiderschrank aussortiert und Teile verkauft oder verschenkt. Damit verbringt man eine gewisse Zeit, aber der Aufwand relativiert sich durch ganz viele tolle Begegnungen, die ich auf Flohmärkten oder Kleidertauschpartys gemacht habe. Allein deswegen hat sich dies schon gelohnt.

Klar war mir schon vor meinem FÖJ Projekt bewusst, dass ich Fast Fashion nicht unterstützen sollte. Klar war ich schockiert, als ich von dem Rana Plaza Unglück gehört habe und die Bilder nicht aus meinem Kopf gingen.

Aber gleichzeitig hab ich mich mit meinem Kleiderkonsum nicht verantwortlich gefühlt. Mein dreizehnjähriges Ich hatte nur im Kopf, dass es den Hollisterpullover wie jedes andere Kind in der Klasse unbedingt brauchte. In meiner Freizeit bin ich damals mit meinen Freundinnen extra zum Shoppen in die großen Einkaufszentren nach Hamburg gefahren.

In diesem Alter hab ich mich leicht von Modetrends blenden lassen (Und mit mir alle anderen auch, mit denen ich im Partnerlook rumlief.)

Meine Freundinnen und ich fahren übrigens schon lange nicht mehr zum Shoppen. Wir tauschen jetzt unsere Kleidung untereinander und treffen uns zum Basteln. Und das macht viel mehr Spaß. Trends beeinflussen mich immer noch, aber ich besitze jetzt nur noch Sachen, die mir gefallen. Und auf einmal ist es eh viel besser, individuell zu sein. War es meinem dreizehnjährigen Ich noch peinlich auf den Flohmarkt zu gehen, so ist es jetzt wieder hip. (Und ja, ich treffe dort auch 13jährige Mädchen!)

Das ganze Thema Kleidung ist wahnsinnig komplex. Allein über Produktionsbedingungen und Umweltbelastungen könnte man schon ewig reden.Wichtig ist, dass wir uns anfangen zu informieren und Umdenken. Es gibt viele unterschiedliche Wege des Wandels, keiner ist der einzig Richtige oder der Falsche.

Mein Fazit ist: Mode darf Spaß machen, aber mein Handeln hat Konsequenzen, dem sollte ich mir immer bewusst sein. Jede Kaufentscheidung sollte ich bewusst treffen und meine Güter wertschätzen.


Jacqueline Fiegenbaum, Greta Neumann