JANUN macht.kritisch

Ein Prozess zur machtkritischen Weiterentwicklung unseres Jugendumweltnetzwerks

Klimagerechtigkeit und soziale Gerechtigkeit sind eng miteinander verwoben und können nur gemeinsam angegangen werden. Um zu reflektieren, wie wir als Jugendumweltnetzwerk zu einer diskriminierungssensibleren, inklusiveren und gerechteren Welt beitragen können, möchten wir uns mit Machtverhältnissen und Antidiskriminierung auseinandersetzen.

Machtkritisch bedeutet für uns auch, selbstkritisch zu sein und uns mit unseren eigenen Strukturen und Prozessen auseinanderzusetzen. Denn auch JANUN ist kein diskriminierungsfreier Raum und wir bilden bisher weder im Haupt- noch im Ehrenamt die Vielfalt unserer Gesellschaft ab. Unter dem Titel JANUN macht.kritisch wollen wir Verantwortung übernehmen, uns strukturell weiterentwickeln und uns nach außen und innen für eine gerechtere Welt für ALLE einsetzen.

Um JANUN kritisch zu machen trifft sich regelmäßig eine Gruppe haupt- und ehrenamtlicher Aktive. Wir setzen uns dafür ein, entsprechende Prozesse in Gang zu bringen, Denkanstöße zu geben und ins Handeln zu kommen. Konkret planen wir:

  • bestehende Veranstaltungen und Aktionen im Netzwerk sichtbarer machen
  • Weiterbildungsangebote und Veranstaltungen für Haupt- und Ehrenamtliche
  • barrierearme Überarbeitung von Öffentlichkeitsarbeit und Außenwirkung
  • Ausbau interner Strukturen: Handlungsleitfäden für den Umgang mit (sexualisierter) Gewalt, Grenzverletzungen und Diskriminierung
  • Stärkung von Gewaltprävention und Awareness in Gruppen und bei Veranstaltungen
  • gut ansprechbar zu sein für Personen, die von Diskriminierung betroffen sind 
  • regelmäßigen Austausch und Evaluation

Wie kannst du mitmachen?

Eure JANUN-Gruppe organisiert Veranstaltungen oder beschäftigt sich mit Themen, die zu JANUN macht.kritisch passen? Dann gebt diese Info gerne an machtkritisch@janun.de weiter. Wir freuen uns, wenn wir bestehende Ansätze und Aktivitäten sammeln und teilen können!


Du hast Lust, mit uns gemeinsam JANUN machtkritischer zu gestalten und bei dem Prozess dabei zu sein? Du hast eigene Themen, Fragen oder Anregungen, die du gerne vertreten möchtest?

Dann komm zu einem Treffen der JANUN macht.kritisch-Gruppe! Wir treffen uns ca. einmal im Monat, um uns auszutauschen und nächste Schritte zu planen. Wir wollen auch als Gruppe inklusiv und diskriminierungssensibel sein. Melde dich gerne bei Fragen oder Wünschen - wir freuen uns auf dich! Schreibe eine Nachricht an: machtkritisch@janun.de

Begriffe

Awareness: Ein Konzept, das sich gegen jede Form der Gewalt, Diskriminierung oder Grenzverletzung stellt. Dazu gehört das Bewusstsein für eben solche Gewalterfahrungen und die gezielte Unterstützung Gewaltbetroffener z.B. durch Anlaufstellen, Schutzräume und Aufzeigen von Handlungsmöglichkeiten.

barrierearm: Barrieren sorgen dafür, dass Menschen unterschiedlichen Zugang zu Räumen, Informationen, Strukturen oder Gruppen haben. Zum Beispiel ist eine Treppe eine Barriere für Menschen, die gehbeeinträchtigt sind. Barrierearm bedeutet, dass möglichst viele solcher Barrieren abgebaut werden.

Diskriminierung: Wenn Menschen ungerecht oder ungleich behandelt werden, ist das eine Diskriminierung. Sich dagegen einzusetzen ist Antidiskriminierung.

Diskriminierungssensibel: Diskriminierungssensibel heißt, zu verstehen, dass Menschen ungerecht und ungleich behandelt werden, und sich für mehr Gerechtigkeit einzusetzen. Dazu gehört auch, eigenes diskriminierendes Verhalten zu erkennen und dieses Verhalten zu verändern.

Gerechtigkeit: In einer gerechten Gesellschaft haben alle Menschen die gleichen Rechte, sie werden gleich behandelt und haben die gleichen Möglichkeiten.

Gewalt: Handlungen, die einem anderen Menschen Schaden zufügen oder ihm*ihr gegen seinen*ihren Willen geschehen sind Gewalt. Gewalt kann körperlich (physisch) oder emotional (psychisch) stattfinden.

Gewaltprävention: Maßnahmen, die getroffen werden, um Gewalt vorzubeugen.

Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch mitmachen und teilhaben kann ohne Ausgrenzung zu erfahren. Ist das in einer Gruppe oder der Gesellschaft gegeben, ist sie inklusiv

Klimagerechtigkeit: Die gerechte Verantwortungsübernahme für die Umwelt, so dass alle Menschen die Natur nutzen (können) und dass sie für andere Menschen und Generationen nachhaltig erhalten bleibt. Besonders Verursacher*innen sollen Verantwortung für entstandene Schäden übernehmen, sie möglichst wiedergutmachen und neue Schäden verhindern.

Macht(verhältnisse) & Machtkritik: Macht bedeutet, dass bestimmte Menschen, beispielsweise aufgrund von Geld, Geschlecht oder Herkunft, Vorteile gegenüber anderen Menschen genießen. Diese Position wird durch Diskriminierung aufrecht erhalten. Machtkritik setzt sich mit diesen ungleichen Verhältnissen auseinander und möchte sie auflösen.

Soziale Gerechtigkeit: Sozial gerecht ist eine Gesellschaft, in der kein Mensch mehr diskriminiert wird und alle gleiche Chancen haben.

Vielfalt (oder auch Diversität) bedeutet, in Gemeinschaften alle Menschen unabhängig von ihrer sozialen oder ethnischen Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung, ihrem Lebensalter, ihrer physischen oder psychischen Fähigkeiten oder anderen Merkmalen gleichermaßen anzuerkennen, wertzuschätzen und einzubinden.