Was JETZT zu tun ist, um Jugendarbeit zu sichern

Jugendverbände und ihre Krise in der Krise

Die Bedeutung, die etwas hat, wird teilweise erst dann richtig sichtbar, wenn es plötzlich nicht mehr wie gewohnt da ist.
So geht es seit mittlerweile über 5 Wochen auch den Kindern und Jugendlichen in Niedersachsen: Der nachmittägliche Besuch im Jugendzentrum ist nicht mehr möglich, die Osterferien-Freizeit, die Juleica-Ausbildung und jegliche Seminare mussten abgesagt werden, die wöchentliche Gruppenstunde der Jugendgruppe kann auch nicht mehr stattfinden und für die kommenden Wochen liegt ein Nebel der Unberechenbarkeit über den jungen Menschen und den Trägern der Jugendarbeit.

Durch den Wegfall der Angebote fehlen jungen Menschen wichtige Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Sozialkontakte zu Gleichaltrigen und die Möglichkeit, gemeinsam mit ihren Freund*innen eigenständig etwas zu unternehmen oder sich ehrenamtlich zu engagieren. Auch die Freiräume, etwas ohne die Eltern machen zu können und sich Autonomie und Eigenverantwortung anzueignen oder aus schwierigen familiären Verhältnissen für ein paar Stunden oder Tage zu entkommen, fehlen plötzlich.
Viele Jugendverbände und Jugendgruppen haben auf diese Lage in Windeseile reagiert und bieten nun neue Formen der digitalen Jugendarbeit an: Sie sind weiterhin für Kinder und Jugendliche da, probieren Dinge aus und versuchen, eine digitale Infrastruktur auf- bzw. auszubauen. So werden digitale Gruppenstunden, Spieleabende, Singerunden oder Diskussionsforen angeboten. Webinare und Challenges fordern zum Mitmachen auf und auch Unterstützungsangebote für Risiko-und Helfer*innengruppen werden kreativ unter Einhaltung der gebotenen Regelungen konzipiert.

All diese neuen Angebote können die bisherigen Formen der Jugendarbeit nicht ersetzen, sondern stellen, auch wenn sie dauerhaft und nachhaltig angelegt sind, „lediglich“ eine sinnvolle Ergänzung dar. Doch leider sind die freien Träger der Jugendarbeit durch die Folgen der Corona-Pandemie stark betroffen und teilweise in ihrer Existenz bedroht, da die bisherigen Rettungsschirme des Bundes und des Landes für sie nicht greifen. Jugendarbeit ist Bestandteil der Daseinsfürsorge und ist für die Entwicklung junger Menschen und damit der Gesellschaft unabdingbar.

Damit junge Menschen nach Ende der aktuellen Auflagen wieder die Angebote der Jugendarbeit nutzen können, bedarf es JETZT der kurzfristigen und unbürokratischen Unterstützung für die freien Träger der Jugendarbeit–sowohl auf der Landes- als auch auf der kommunalen Ebene.

Als Mitglied im Landesjugendring Niedersachsen e.V. hat sich JANUN an der Zusammenstellung einer politischen Positionierung beteiligt, aus der auch der voranstehende Text stammt. Diese Positionierung nimmt die Schwierigkeiten und Herausforderungen der Jugendverbände in den Blick und zeigt auf, wo es politischer Unterstützung und ggf. zusätzlicher Haushaltsmittel bedarf.

Die gesamte Positionierung ist hier auf der Homepage des ljr zu finden und steht dir unten zum Download zur Verfügung.

PDF-Datei, 92,2 KB
Jugendarbeit Was JETZT zu tun ist