In­ter­na­tio­na­les An­ti-Atom-Som­mer­camp

Vom 17. bis 23. Juli findet in Döbeln ein internationales Anti-Atom-Sommercamp statt, zu dem wir zwischen 60 und 100 Menschen aus verschiedenen europäischen Ländern und darüber hinaus erwarten. Zu den Schwerpunktthemen Uran und Reaktorneubau bzw. -Laufzeitverlängerungen laden wir Aktive aus Initiativen und Organisationen ein, um zu informieren, sich zu vernetzen und neue Kooperationen zu entwickeln. Darüber hinaus werden Leute aus Bure in Frankreich, Pyhäjoki in Finnland und aus dem Wendland über den Anti-Atom-Widerstand in ihren Regionen berichten und dabei sicherlich Aktivist*innen aus anderen Gegenden inspirieren. Es soll ein Austausch von Erfahrungen und Angebote zur Selbstermächtigung durch die Vermittlung von Fertigkeiten und Hintergrundwissen aus unterschiedlichen Aktions- und Organisationsbereichen geschehen.


Beim internationalen Sommercamp findet auch das Nuclear Heritage Network Gathering statt, ein alljährliches Treffen von Aktivist*innen aus dem informellen globalen Anti-Atom-Netzwerk statt. Netzwerkaktivitäten und -werkzeuge sollen vorgestellt und verbessert sowie Lösungsvorschläge für weitere Bereiche überlegt werden, die lokale Anti-Atom-Gruppen bei ihrer Arbeit helfen sollen. Es gibt bereits mehrsprachige Informationsmaterialien zu unterschiedlichen lokalen Atomanlagen sowie den derzeit in acht Sprachen erscheinenden NukeNews-Newsletter, der über Themen und Aktivitäten von Menschen aus dem Netzwerk berichtet. Darüberhinaus wurde das „International Network Office“ eingerichtet, um Anti-Atom-Gruppen beim Finden von Referent*innen oder in ihren Themenfeldern arbeitenden Initiativen in anderen Ländern zu helfen.


Während des Zusammentreffens wird es einen Exkursion zur Wismut geben, die einst der drittgrößte Uranabbau der Erde war. Diese Altlast wird derzeit vom Bundesumweltministerium und anderen Kreisen benutzt um zu behaupten, dass in der BRD eine angemessene und erfolgreiche Beseitigung der radioaktiven Hinterlassenschaften der Uranindustrie geschehe, was offenbar international auch Wirkung findet. Wiederholt mussten wir feststellen, dass Anti-Uran-Campaigner in anderen Ländern davon überzeugt wurden, dass das deutsche Modell der Renaturierung von Uranabbauen vorbildlich und nachahmenswert sei. Dieses Propagandabild wollen wir ankratzen, indem wir die Wismut-Sanierung thematisieren, uns mit Kritiker*innen treffen und herausstellen, dass auch hierzulande bei der Bearbeitung der Folgen des Uranbergbaus gepfuscht und keinesfalls sichere Zustände geschaffen werden. Vielmehr werden die radioaktiven Hinterlassenschaften lediglich unsichtbar gemacht; eine effektive Abschirmung und Isolation des Materials dagegen erfolgt nicht und ist auch schwer zu leisten. Uranabbau bewirkt Langzeitfolgen, die der Mensch nicht wieder umfassend beseitigen kann.


Mehr Informationen zum Camp gibt es auf der Internetseite:

http://www.nuclear-heritage.net/index.php/Anti-nuclear_summer_camp_2017


Wir freuen uns über weitere Teilnehmer*innen und über Menschen, die bei der Vorbereitung und Umsetzung dieses internationalen Treffens helfen wollen. Melde dich bei Interesse per E-Mail unter „summercamp AT nuclear-heritage DOT net“ oder telefonisch unter +49 3431 5894177.