Weit­sicht für die Nord­see

Trübe Aussichten, Nährstoffeinträge belasten unsere Gewässer

Robben
Photo: Baldhur
Oldenburg, Kulturzentrum PFL ,Peterstraße 3, 26121 Oldenburg
Auf Google Maps anzeigen

Die überhöhte Nährstoffanreicherung ist eines der schwerwiegendsten ökologischen Probleme der deutschen Nordsee. So lautet die vorläufige Bewertung, die Bundesregierung und Küstenländer im Rahmen der EU-Meeresstrategie vorgenommen haben.

Zwar sind die Nährstoffe Stickstoff und Phosphat für das Leben an Land und im Meer unbedingt erforderlich, zu viel davon führt jedoch zu  Überdüngung und verursacht schwerwiegende Veränderungen des Ökosystems im Meer und es kommt zu übermäßigem Wachstum von kleinen Algen, die das Wasser stark trüben. Durch den Lichtmangel sterben größere Pflanzenarten, die am Meeresboden nicht genug Licht bekommen, wie das Seegras. Mit dem Verschwinden der Seegraswiesen und Algenwälder gehen Lebensräume verloren, die als Schutz, Nahrungsquelle und Kinderstube für viele Meerestiere dienen – u.a. das Seepferdchen, das mittlerweile fast aus der Nordsee verschwunden ist.

Obwohl die Meere in Sachen Ökodienstleistungen, vom CO2-Speicher bis zum Erholungsgebiet, unersetzbar sind, ist diese massive Belastung der Nordsee mit Nährstoffen aus dem Binnenland kaum Thema im öffentlichen Diskurs.

Woher die Überdüngung kommt, lässt sich an eindrücklichen Zahlen belegen: Über 700 Millionen Tiere werden jährlich in Deutschland gemästet, größtenteils in intensiv wirtschaftenden Tierhaltungsbetrieben. In der Folge entstehen 191 Millionen Kubikmeter flüssiger Wirtschaftsdünger. Gleichzeitig verfügen die intensiv wirtschaftenden Betriebe oft nicht über ausreichend Fläche, um die Gülle auszubringen. Das Ergebnis: Zu viel Wirtschaftsdünger wird auf zu wenig Fläche ausgebracht, die Nitrateinträge belasten unser Grundwasser und gelangen in die Gewässer und Meere.

Meeresschutz kann nur gemeinsam mit allen beteiligten Akteur*innen gelingen. Wir möchten deshalb gemeinsam mit Ihnen die Belastungen der Nordsee mit Nährstoffen erörtern und Lösungsansätze diskutieren – für einen langfristigen Schutz der Meere.

Zielgruppe: Mit diesem Regionalforum möchte der BUND mit dem Grünlandzentrum und dem Stiftungsverbund der Heinrich-Böll-Stiftung einen Dialog mit den Akteur*innen aus Politik, Verbänden, Landwirten, Landvolk, Umweltverbände führen. Regionale Akteur*innen z.B. von den Runden Tischen werden eingeladen. Außerdem sollen die wichtigsten Jugendorganisationen eingebunden werden. Dazu gehört neben der BUND-Jugend auch die Jugendorganisation des Landvolks.

Veranstalter*in: BUND Meeresschutzbüro

Gefördert von: Umweltbundesamt