„Nimm mich, wie ich bin!“ (Dein Ge­mü­se)

Schnippeln und schnabulieren mit Umweltminister Wenzel

Er hatte Schlimmeres als zweiten Wetteinsatz der Klima-Challenge erwartet – etwa, Kohlen aus dem Keller schleppen zu müssen. Doch am Ende löste der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel seinen Einsatz sogar gerne ein. Diesmal hieß es „Ran an die Messer!“: Der Minister war aufgerufen, am 28. September im evangelischen Stadtjugenddienst Braunschweig an einer Schnippeldisco mitzuwirken.

 „Eine supertolle Aktion, mit der ihr auf ein wichtiges Thema aufmerksam macht.“ begrüßte der Minister die Teilnehmenden und schnippelte emsig mit. Gemeinsam mit ca. 50 Jugendlichen setzte er mit dieser kulinarischen Protestaktion ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung – in fröhlich-leckerem Rahmen, untermalt von beschwingten Beats des Braunschweiger DJ MonkeyNut.

Anlass für diesen Ministereinsatz war das Erreichen des zweiten Etappenziels der Klima-Challenge:   Durch klimafreundliche Aktionen hatten Jugendverbände über 200.000 Klimapunkte gesammelt – das entspricht einer Einsparung von ca. 30 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2); Mit dieser Menge an Treibhausgasen könnte man den Globus mit dem Zug fast sieben Mal umrunden oder über 29.000 Stunden Rasen mähen – also über drei Jahre non-stop!

Dem alltägliche Verschwendungs-Wahnsinn trotzen

Warum Schnippeldisco? Pro Jahr landet weltweit ca. ein Drittel aller Lebensmittel im Abfall, in Industrienationen ist es sogar mehr als die Hälfte. Würden die Industrieländer ihre Lebensmittelverschwendung nur um die Hälfte reduzieren, hätte das nach Berechnungen von Klimaforschern auf das Weltklima denselben Effekt, als ob jedes zweite Auto stillgelegt werden würde.

Also wurden in Braunschweig „gerettete“ Lebensmittel verkocht, die sonst auf dem Müll gelandet wären - mit Unterstützung des Vegan-Caterers Klugbeisser. Denn viele Obst- und Gemüsesorten werden schon aussortiert, bevor sie in die Supermärkte kommen, nur weil sie zu krumm, verwachsen oder knubbelig sind - obwohl sie lecker schmecken. Ein Teil des Ausschuss-Gemüses wurde vom Bio-Hof Bernard aus der Region gesponsert. Und warum vegan? Weil die vegetarische oder sogar vegane Ernährungsweise ein sehr effektiver Weg ist, dem Klimawandel entgegenzuwirken: Fleisch und Milchprodukte stoßen ein Vielfaches an Treibhausgasen aus wie Obst und Gemüse.

Kochen mit Fun-Faktor

Neben einem leckeren Curry am Ende des Schnippelns und fetzigen Beats sorgte auch eine Bogenschieß-Aktion für gute Laune, bei der auf beispielhafte Klima-Aktionen geschossen und so gepunktet werden konnte. Für die Punkte-Sieger gab es unter anderem Turnbeutel und ein Klima-Kochbuch.

Über einen besonders großen Preis freute sich die Gruppe LÖW+ der evangelischen Jugend: Für ihr tolles Engagement bei der Aktion „Bäume ertrinken“ erhielten die Jugendlichen von der Klima-Challenge eine Saftpresse, die bei der Veranstaltung verliehen wurde. Die Gruppe hatten auf einem Jugendcamp ein Café betrieben und erklärt, pro 10 verkaufter Getränke einen Baum zu pflanzen. Die Presse wurde sogleich eingesetzt, um die Teilnehmer_innen mit leckerem Apfelsaft aus selbst geernteten, regionalen Äpfeln zu versorgen.

 „Es gibt selten ein Setting, in dem man so entspannt mit Politikern reden kann, wie die Klima-Challenge es hier geschaffen hat. Dass es sich außerdem ausschließlich um gerettete Lebensmittel handelte, hat gezeigt, dass vieles, was aussortiert wird, noch genießbar ist.“ resümierte Regina (18) aus dem Vorstand des Jugendumweltnetzwerks JANUN die Veranstaltung. Mira (19) bekräftigte: „Dass so viele Lebensmittel weggeschmissen werden, war mir vorher nicht bewusst. Und es war toll, beim Gemüse schnippeln neue Leute kennenzulernen.“ Petrick (15) vom Jugendparlament Schwarmstedt war mit seiner Gruppe insbesondere deshalb gekommen, weil ihm das Thema an sich wichtig ist: „Ich finde, wir Jugendlichen sollten uns um den Klimaschutz kümmern, weil es unsere Zukunft ist.“


Nächstes Ziel: Der Minister wird zum Dichter

Mit Erreichen des zweiten Etappenziels haben Jugendverbände schon viel geschafft und fürs Klima getan. Mit dem Wissen, was gemeinsam möglich ist, geht es nun in die letzte Runde: Das finale Ziel sind 400.000 Klimapunkte. Wenn die erreicht werden, springt der Minister nochmal in besonderer Weise über seinen Schatten und tritt bei einem Poetry Slam an – natürlich mit einem Text, den er extra für die Klima-Challenge schreibt. Lasst euch das nicht entgehen: Helft mit, das letzte Ziel zu erreichen und gemeinsam zu zeigen, dass Klimaschutz unsere Zukunft ist!

Mitmachen bei der Klima-Challenge

Ihr möchtet euch bei der Klima-Challenge beteiligen, wisst aber noch nicht genau wie? Dann lasst euch unter klima-challenge.de/angebote inspirieren. So könnt ihr beispielsweise bei uns Teamer_innen des Klima-Workshops „Shoppen, Steaks und Bonusmelen – wo ist mein Platz im Klimawandel?“ buchen oder eine Videoausstellung zum Thema Klimaflucht ausleihen. Oder ihr testet im Online-Klima-Check, wie klimafreundlich euer Verband ist und wo ihr anpacken könnt, um hier noch besser abzuschneiden (klima-challenge/klimacheck).